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Zulassung von rezykliertem Polystyrol (rPS) in Anwendungen mit Lebens­mittel­kontakt

Seit Anfang 2021 engagieren sich Akteure entlang der ganzen Wertschöpfungskette für einen geschlossenen Kreislauf für Lebensmittelverpackungen aus Polystyrol (PS). PS zeigt ein ähnlich geringes Diffusionsvermögen wie PET und nimmt daher auch kaum Schadstoffe auf. Zudem wird PS im Bereich der Lebensmittelverpackungen primär für Milchprodukte wie Joghurts eingesetzt, was die Identifikation von Lebensmittelkontaktmaterialien erleichtert. Daher eignet sich PS wie PET grundsätzlich für geschlossene Kreisläufe.

Durch die wissenschaftlichen Arbeiten zu PS, die vorbereitenden Arbeiten in der Schweiz und die Vernetzung von Akteuren entlang der Wertschöpfungskette (Produzenten, Inverkehrbringer, Detailhändler, Sortierer und Sammler) ist das System nun bereit, den nächsten Schritt zu gehen und Polystyrol-Rezyklat (rPS) in Lebensmittelkontaktmaterialien zu nutzen. Die entsprechende Zulassung wurde im Februar 2024 beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) beantragt.

Wir durften in diesem Vorhaben eine führende Rolle übernehmen. Basierend auf der Vorarbeit des Runden Tischs «Kreislaufschluss für PS Schweiz» (welchen wir seit 2021 leiten) durften wir in einem Folgeauftrag den BLV-Antrag aufbauen. Dieses Projekt beinhaltet die Zusammenstellung der notwendigen technischen Dokumentation zur Eingabe des Gesuchs beim BLV für eine Lebensmittelzulassung von rPS. Die Dokumentation umfasst detaillierte Prozessbeschreibungen aller eingesetzter Verfahren, eine Risikoabschätzung sowie ein Qualitätssicherungssystem.

In Ergänzung zu den bestehenden Challenge Tests aus der EU wurden verschiedene Versuche gefahren, welche ausnahmslos die Sicherheit des Materials bestätigt haben. Zur Vorbereitung der Dokumentation gehörten zudem auch Gespräche mit dem BLV sowie zahlreichen relevanten Akteuren. Weiter wurde in enger Zusammenarbeit mit der InnoPlastics AG die auf eine Lebensmittelzulassung ausgerichtete technische Umsetzung diskutiert, definiert und beschrieben.

Nun steht die Prüfung durch das BLV aus, wobei wir als primäre Ansprechstelle für Rückfragen aktiv beteiligt bleiben. Sollten auch Sie Fragen haben, melden Sie sich bei uns!

Der Einsatz von Sekundärmaterial als Ersatz für Primärkunststoff schont Ressourcen und spart Energie. Eine Studie zum ökologischen Nutzen von Polystyrol wurde vom europäischen Dachverband erstellt (Styrenics Circular Solutions, SCS) und eine Publikation wird demnächst erwartet. Für den Wiedereinsatz sind wir aber auch auf die Konsument:innen angewiesen, denn sie sind dafür zuständig, das Material dem Recycling zuzuführen. Daher ist es wichtig, die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren, dass das Sammeln von Kunststoffen sinnvoll und wichtig ist.

Anprechperson

Dr. Melanie Haupt (melanie.haupt@realcycle.ch, +41 44 537 82 80)

Auftraggeber

InnoPlastic AG, Greiner Packaging AG, Migros-Industrie AG, Emmi Frischeprodukte AG, Lactalis Nestlé Frischprodukte AG, SwissPrimePack AG

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