Kontakt

Bio­ökonomie­potenzial der Schweiz

In der Schweiz fallen relevante Mengen biogener Nebenströme und Abfälle aus Landwirtschaft, Industrie, Haushalten und Gemeinden an. Diese Stoffströme werden heute in unterschiedlichem Umfang stofflich genutzt, energetisch verwertet oder verbleiben teilweise als Reststoffe im jeweiligen System. Eine belastbare Beurteilung ihres Beitrags zur Kreislaufwirtschaft und zur Reduktion von Treibhausgasemissionen setzt jedoch voraus, dass Mengen, Qualitäten, räumliche und zeitliche Verfügbarkeit sowie bestehende Verwertungswege systematisch erfasst und vergleichbar aufbereitet werden.

Das Projekt «Bioökonomiepotenzial der Schweiz» wird im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) sowie dem Bundesamt für Energie (BFE) durchgeführt. Es schafft eine konsolidierte, methodisch nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage für die Bewertung und Weiterentwicklung der Nutzung biogener Nebenströme und Abfälle in der Schweiz.

Unser Ansatz: Daten zusammenführen und systemisch bewerten

Ausgangspunkt des Projekts ist die systematische Erhebung und Harmonisierung bestehender Datengrundlagen. Bestehende Daten zu biogenen Abfällen und Nebenströmen werden zusammengeführt, strukturiert und bei Bedarf gezielt ergänzt. Erfasst werden unter anderem Mengen, Trocken- und Frischsubstanz, Materialqualitäten, Herkunft, zeitliche Verfügbarkeit, regionale Verteilung sowie heutige Nutzungs- und Verwertungswege. Die Analyse berücksichtigt sowohl stoffliche als auch energetische Nutzungen und bildet damit die Grundlage für eine konsolidierte Übersicht der biogenen Stoffströme in der Schweiz. Gleichzeitig werden Datenlücken identifiziert und die Belastbarkeit der verfügbaren Informationen beurteilt. So entsteht ein konsolidiertes Bild der biogenen Stoffströme in der Schweiz. Dieses dient als Basis für alle weiteren Analysen und Diskussionen.

Technologien und Materialien gezielt vergleichen

Aufbauend auf dieser Datengrundlage analysieren wir bestehende und neuartige Technologien zur Nutzung biogener Ressourcen. Berücksichtigt werden das jeweilige Inputmaterial, die daraus entstehenden Produkte, technologische Kapazitäten, der Reifegrad der Technologien sowie relevante rechtliche Rahmenbedingungen. Soweit verfügbar, werden bestehende Ökobilanzen zusammengetragen und vergleichbar aufbereitet. Dadurch können biobasierte Materialien hinsichtlich ihrer potenziellen Anwendungen, ihrer funktionalen Eigenschaften und ihrer Umweltwirkungen mit konventionellen, insbesondere fossilen Materialien verglichen werden. So identifizieren wir gezielt Anwendungen mit hohem ökologischem Nutzen.

Substitutionspotenziale klar aufzeigen

Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Bewertung des Substitutionspotenzials: Wir untersuchen, in welchen Anwendungsfeldern biogene Nebenströme und daraus hergestellte Materialien konventionelle, insbesondere fossile Materialien technisch und ökologisch sinnvoll ersetzen können. Dazu analysieren wir Materialeigenschaften, funktionale Anforderungen, Mengenverfügbarkeit, geografische und zeitliche Verfügbarkeit, Marktnachfrage sowie Umweltwirkungen systematisch. Ziel ist es, realistische und priorisierbare Nutzungspfade zu identifizieren und gleichzeitig Zielkonflikte zwischen stofflicher Nutzung, energetischer Verwertung, ökologischen Wirkungen und regulatorischen Anforderungen transparent darzustellen.

Zukunftsszenarien bis 2050

Zur Abschätzung des langfristigen Potenzials entwickeln wir prospektive Szenarien. Ein Business-as-usual-Szenario beschreibt die Entwicklung ohne verstärkte Nutzung biogener Nebenströme und Abfälle, während ein Bioökonomieszenario eine ambitionierte, verbesserte Nutzung dieser Stoffströme abbildet. Die Szenarien werden hinsichtlich genutzter Mengen, potenzieller Treibhausgasreduktionen, Beiträgen zur Kreislaufwirtschaft sowie Auswirkungen auf das Schweizer Energiesystem bewertet. Dabei wird insbesondere berücksichtigt, dass eine verstärkte stoffliche Nutzung biogener Ressourcen bestehende energetische Verwertungswege beeinflussen kann.

Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und Klimapolitik

Das Projekt leistet einen wissenschaftlich fundierten Beitrag zur Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft und zur Einordnung des Bioökonomiepotenzials im Kontext der Schweizer Klima- und Energiepolitik. Es schafft Transparenz über verfügbare Stoffströme, technologische Optionen, ökologische Wirkungen und zentrale Zielkonflikte. Damit unterstützen wir Politik, Verwaltung und Wirtschaft dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen – und biogene Ressourcen künftig gezielter und effizienter zu nutzen.

Im Auftrag von

Guten Tag,
Schön, dass Sie hier sind!

Wir freuen uns, dass Sie sich für Neuigkeiten über nachhaltige Kreislaufwirtschaft und realcycle interessieren. Bis bald!
Ihr realcycle-Team.

Wir spammen nicht! Lesen Sie unsere Datenschutzerklärung für weitere Informationen.

Auftraggebende:

Projekt-Zeitraum:

Ansprechsperson: