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Nachhaltige Verwertungs­­­­wege für faser­basierte Leicht­verpackungen

Verschiedene faserbasierte Leichtverpackungen

Technische Innovationen und politische Bestrebungen führen zu einem verstärkten Einsatz von Leichtverpackungen aus Papier- und Karton (P+K) basierten Materialien sowie anderen Zellulosefaserprodukten. Faserbasierte Leichtverpackungen werden einerseits im Verbund mit z.B. Kunststoffen eingesetzt und weisen im Vergleich zu Zeitungen und Kartonschachteln oft Restverschmutzungen auf. Die bestehenden P+K-Verwerter in der Schweiz sind nicht auf diese Leichtverpackungen spezialisiert, so dass diese den heutigen Recyclingprozess empfindlich stören können. Im konventionellen P+K-Strom sind diese Verpackungen deshalb heute als Fehlwürfe zu betrachten, wirkliche Recyclingoptionen bestehen nicht.

Untersuchungsgegenstand

Gemeinsam mit Swiss Recycle haben wir uns folgende Fragen gestellt:

  • Welche Möglichkeiten gibt es, damit diese faserbasierten Verbundverpackungen in der Schweiz rezykliert werden können?
  • Kann das Verpackungsdesign dazu beitragen, dass das Recycling über den bestehenden Sammelstrom von P+K-Verpackungen erfolgen kann?
  • Wie kann der bisher qualitativ hochwertige Verwertungsstrom von Papier und Karton aufrechterhalten werden?
  • Welche Akteur:innen in der Wertschöpfungskette müssen zusammenarbeiten, damit diese Leichtverpackungen rezykliert werden?
Vorgehen

In einem ersten Schritt analysierten wir den Status Quo der bestehenden faserbasierten Leichtverpackungen auf dem Schweizer Markt. Unter anderem untersuchten wir deren Recyclingfähigkeit mit dem Ziel, aus den Ergebnissen Design- und System-Empfehlungen abzuleiten. Anschliessend entwickelten und bewerteten wir ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Szenarien zum Verwertungspfad. In diese Szenarienentwicklung banden wir Expert:innen und Akteur:innen entlang der heutigen Wertschöpfungskette ein, um Erfahrungen aus dem In- und Ausland einfliessen zu lassen.

Resultate

Insbesondere P+K-basierte Lebensmittelleichtverpackungen wurden als problematisch für die bestehenden Recyclingströme identifiziert, weshalb der Fokus auf diese Verpackungen gelegt wurde. Diese P+K-Lebensmittelleichtverpackungen machen im Vergleich zum restlichen P+K-Abfallstrom nur eine sehr kleine Menge aus, wobei die Datengrundlage sehr lückenhaft ist (Stand 2025). Jedoch verfügen die P+K-Lebensmittelleichtverpackungen fast immer über eine Schutzschicht, welche den Recyclingprozess stören kann, und sind potenziell durch Lebensmittelreste verschmutz, was zu diversen Problemen im System führen kann. Von acht getesteten Beispielverpackungen bestand nur eine den Test zur realen Recyclingfähigkeit. Kunststoffschutzschichten oder pigmentierte Schutzbarrieren stellen insbesondere Probleme dar. Dazu kommt, dass die Auflösezeit in der Schweizer Papierfabrik im Vergleich zu gewissen ausländischen Fabriken kurz ist und auch keine spezialisierte Fabrik vorhanden ist, die mit organischen Verunreinigungen umgehen kann. Detaillierte Empfehlungen als Ergänzungen zu bestehenden Guidelines wie 4evergreeen konnten aus den Ergebnissen jedoch nicht abgeleitet werden. Dazu wären weitere Tests und die bessere Zusammenarbeit hinsichtlich detaillierter Verpackungsspezifikationen nötig.

Sowohl eine Sammlung im traditionellen P+K-Sammelsystem wie auch über eine gemischte Verpackungssammlung (analog gelber Sack in Deutschland) bringen aktuell nur sehr wenige ökologische Vorteile gegenüber der energetischen Verwertung. Die ökonomischen Kosten wie wohl auch mangelnde Akzeptanz in der Gesellschaft stehen diesen Vorteilen gegenüber, so dass sich aktuell keines dieser Sammelsysteme wirklich anbietet.

Fazit

Ein Zusammenarbeiten zwischen Verpackungsherstellenden, Inverkehrbringenden und den Schweizer Papierrecycler kann dazu beitragen, dass Verpackungen für den Schweizer Markt gewählt werden, die theoretisch rezykliert werden könnten. Bester Anhaltspunkt ist weiterhin die 4evergreen-Guideline, welche aber durch praktische Tests ergänzt werden sollte.

Im Optimalfall kann die Situation in zwei bis drei Jahren erneut beurteilt werden, mit besseren Daten zu den tatsächlichen Mengen (und Mengenentwicklungen) und technologischen Fortschritten für Sortierung und Verwertung.

 

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